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Hortisol - Der Gartenboden
Der Hortisol (von lat. hortus für Garten und solum für Boden), wurde am 05.12.2016, dem Weltbodentag, zum Boden des Jahres 2017 gekürt und ist ein wichtiges Archiv unserer Kulturgeschichte. Es ist der Gartenboden, der seit Jahrhunderten durch Menschenhand bearbeitet wurde.  Dieser  anthropogene Bodentyp kommt in kleinen Flächenanteilen überall dort vor, wo seit Jahrhunderten Gartenbau betrieben wird. Das umfasst zum Beispiel die alten Klostergärten mit ihren Gemüse- und Kräuterbeeten. Aber auch die Schloss- und Burggärten, die Bürgergärten am Rand der Städte und die erhalten gebliebenen Bauerngärten in den alten Dörfern und Siedlungsgebieten. Der Hortisol tritt immer kleinräumig auf, in der Summe ergibt er jedoch eine sehr große Bodenfläche, die in keiner Bodenkarte auftaucht.
Endstanden ist er durch das jahrhundertelange Lockern und Umgraben und durch die Zufuhr von Kompost, Tierdung, Küchenabfällen und Wasser. Unter dem Oberbodenhorizont des Hortisols liegt der ebenfalls humusreiche Ex-Horizont, den Regenwürmer intensiv durchmischen. Man spricht von Gartenboden, wenn diese beiden obersten Horizonte über 40 Zentimeter betragen. Gartenboden zeichnet sich durch eine erhöhte biologische Aktivität aus. Bodenorganismen und Regenwürmer sind in ihm reichlich zu finden. Sie zersetzen die reichhaltig vorhandenen Pflanzenrückstände  und sorgen zusätzlich für eine gute Durchmischung bis in tiefere Bodenschichten. Damit hat sich im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte ein krümeliger und humusreicher Boden entwickelt. Die Zugaben von Küchenabfällen, Stallmist oder Kompost verbesserten die Vorräte an Stickstoff, organischem Kohlenstoff und Phosphor um ein Mehrfaches im Vergleich zu anderen Böden. Pflanzen können wegen der guten Bodenstruktur intensiv wurzeln und gedeihen damit viel besser.
Haus- und Hofgärten: Überall, wo sich Menschen ansiedelten, entstand haus- oder hofnahes Gartenland. Nahezu jeder historische Dorfkern weist in seinen alten Bauerngärten die ältesten und mächtigsten Gartenböden auf.
Klostergärten: Aus den gut vernetzten Klöstern gingen viele Innovationen für den Gartenbau hervor. Hier wurden Obst- und Gemüsesorten angebaut und gezüchtet, Kräuter und Ziergewächse kultiviert. Gute Gartenböden entstanden.
Schloss- und Burggärten: Die mittelalterlichen Burgen hatten schon immer Nutzgärten für die Eigenversorgung. Auf Flach- oder Hochbeeten wurden Gemüse, Obst, Kräuter und Blumen gezogen. An den Hanglagen wurden Terrassen angelegt und die Mutterböden auf den Steinschichten mit Kompost und Stallmist verbessert. Über die Jahrhunderte entstanden so gute Gartenböden.
Städtisch-Bürgerliche Nutzgärten: Seit dem 12. und 13. Jahrhundert sind in den städtischen Siedlungen Nutzgärten zur Eigenversorgung verbreitet. Zuerst innerhalb der Stadtmauern, später aus Platzmangel auch außerhalb. Diese Flächen waren klein. Dennoch haben sich im Laufe der Jahrhunderte auch  hier typische Hortisole entwickelt.
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Der Gartenboden (Hortisol) ist „Boden des Jahres 2017“ Der Hortisol (von lat. hortus für Garten und solum für Boden), ist der Gartenboden, der seit Jahrhunderten durch Menschenhand bearbeitet wurde.  Dieser  anthropogene Bodentyp kommt in kleinen Flächenanteilen überall dort vor, wo seit Jahrhunderten Gartenbau betrieben wird. Das umfasst zum Beispiel die alten Klostergärten mit ihren Gemüse- und Kräuterbeeten. Aber auch die Schloss- und Burggärten, die Bürgergärten am Rand der Städte und die erhalten gebliebenen Bauerngärten in den alten Dörfern und Siedlungsgebieten. Der Hortisol tritt immer kleinräumig auf, in der Summe ergibt er jedoch eine sehr große Bodenfläche, die in keiner Bodenkarte auftaucht. Endstanden ist er durch das jahrhundertelange Lockern und Umgraben und durch die Zufuhr von Kompost, Tierdung, Küchenabfällen und Wasser. Unter dem Oberbodenhorizont des Hortisols liegt der ebenfalls humusreiche Ex-Horizont, den Regenwürmer intensiv durchmischen. Man spricht von Gartenboden, wenn diese beiden obersten Horizonte über 40 Zentimeter betragen. Gartenboden zeichnet sich durch eine erhöhte biologische Aktivität aus. Bodenorganismen und Regenwürmer sind in ihm reichlich zu finden. Sie zersetzen die reichhaltig vorhandenen Pflanzenrückstände  und sorgen zusätzlich für eine gute Durchmischung bis in tiefere Bodenschichten. Damit hat sich im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte ein krümeliger und humusreicher Boden entwickelt. Die Zugaben von Küchenabfällen, Stallmist oder Kompost verbesserten die Vorräte an Stickstoff, organischem Kohlenstoff und Phosphor um ein Mehrfaches im Vergleich zu anderen Böden. Pflanzen können wegen der guten Bodenstruktur intensiv wurzeln und gedeihen damit viel besser. Der Hortisol wurde am 05.12.2016, dem Weltbodentag, zum Boden des Jahres 2017 gekürt und ist ein wichtiges Archiv unserer Kulturgeschichte. Haus- und Hofgärten: Überall, wo sich Menschen ansiedelten, entstand haus- oder hofnahes Gartenland. Nahezu jeder historische Dorfkern weist in seinen alten Bauerngärten die ältesten und mächtigsten Gartenböden auf. Klostergärten: Aus den gut vernetzten Klöstern gingen viele Innovationen für den Gartenbau hervor. Hier wurden Obst- und Gemüsesorten angebaut und gezüchtet, Kräuter und Ziergewächse kultiviert. Gute Gartenböden entstanden. Schloss- und Burggärten: Die mittelalterlichen Burgen hatten schon immer Nutzgärten für die Eigenversorgung. Auf Flach- oder Hochbeeten wurden Gemüse, Obst, Kräuter und Blumen gezogen. An den Hanglagen wurden Terrassen angelegt und die Mutterböden auf den Steinschichten mit Kompost und Stallmist verbessert. Über die Jahrhunderte entstanden so gute Gartenböden. Städtisch-Bürgerliche Nutzgärten: Seit dem 12. und 13. Jahrhundert sind in den städtischen Siedlungen Nutzgärten zur Eigenversorgung verbreitet. Zuerst innerhalb der Stadtmauern, später aus Platzmangel auch außerhalb. Diese Flächen waren klein. Dennoch haben sich im Laufe der Jahrhunderte auch  hier typische Hortisole entwickelt.